Geschichte

Im Jahre 1941 gründeten in Siders einige Schwestern der Ordensgemeinschaft der unbefleckten heiligen Maria aus Marseille in einem alten Hotel aus dem vorigen Jahrhundert das Institut Notre-Dame de Lourdes. Die Schwestern waren auf die Wiedereingliederung von Taubstummen und Blinden spezialisiert. Am Anfang wurden körperlich und geistig behinderte Kinder aufgenommen.

Ab 1943 gab Professor Placide Nicod schulpflichtige Patienten, die von orthopädischen Krankheiten befallen waren und längere Kuren benötigten, in die Obhut des Institutes. Dies erforderte die Einführung des Schulunterrichts. So wurden diese Kinder nach der vollständigen Genesung, ohne allzu grosse Rückstände, wieder  in den Schulen ihrer Wohnorte aufgenommen.

Im selben Jahr wurde unter dem Präsidium von Herrn Elie Zwissig die Stiftung für das behinderte Kind gegründet. Im Jahre 1959 bildete man dann, unter dem Präsidium von Herrn Bernard de Torrenté, die Walliser Vereinigung für behinderte Kinder;
dieser übernahm das Gebäude, welches dann erweitert und zukunftsgerecht eingerichtet wurde.

Frau Dr. Elisabeth König wurde im Jahre 1955 von den schweizerischen Universitäten beauftragt, die Behandlung von cerebral gelähmten Kindern zu organisieren. Zu diesem Zwecke wählte sie das Institut Notre-Dame de Lourdes, das als Vorbildzentrum für die Anwendung der Bobath-Behandlung in Physiotherapie, Ergotherapie, Logopädie und die dazu notwendigen Schulungsmethoden diente.

Aus der ganzen Schweiz kamen nun Behinderte, oft schwere Fälle, ins Institut. Die Räumlichkeiten erwiesen sich bald als zu klein und unpraktisch. Trotzdem leistete das in London und Paris ausgebildete Personal sehr wirkungsvolle Arbeit.

Bis 1960 waren, aus finanzieller Sicht, sehr schwierige Jahre zu überstehen, da das Institut nicht subventioniert wurde. Einzig das Almosensammeln und die Gaben vervollständigten die bescheidenen Familienbeiträge. Das Institut konnte nur Dank der Schwestern überleben, die sich selbstlos und hingebungsvoll zum Wohle der behinderten Kinder einsetzten.

Dann wurden dank der schweizerischen Invalidenversicherung die finanziellen Sorgen gelindert und man konnte sich sogar mit dem Gedanken befassen, das alte und klapprige Hotel durch ein zweckmässiges Gebäude zu ersetzen.
Im Januar 1967 war es soweit; das neue Heim- und Schulungszentrum wurde eingeweiht.
Im Jahre 1971 wurde dieses durch ein gedecktes Schwimmbad vergrössert, und 1980 kam noch eine Turnhalle dazu.

Das Institut Notre-Dame de Lourdes wurde zwischen 2008 und 2010 vollumfänglich renoviert.